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Wie beten?

Glaubenkurs 4

Zusammenfassung:

  1. Beten ist ein Reden mit Gott.
  2. Wer betet, kann von sich aus eine Beziehung zu Gott aufbauen.
  3. Vorteile des Betens: Unser Leben wird
    reicher und
    unbeschwerter,
    wir verlieren Ängste, wenn wir Gott aktiv darin einbeziehen!
  4. Es gibt ein paar Regeln beim Beten.
  5. Psalmen sind Gebete für alle Lebenslagen.

Gott sehnt sich nach uns

Das Beten ist ein Reden mit Gott. Die Beziehung zu Gott und einem Menschen ist abhängig vom Gebet.

Wer nicht betet, kann von sich aus keine Beziehung zu Gott aufbauen. Wer nicht mit Gott redet, kann ihn auch nicht kennen und lieben lernen!

Es ist wie mit einem guten Freund oder einer Freundin. Würdet ihr nie miteinander sprechen, wäre die Freundschaft schnell zu Ende. Der Mensch ist in besonderer Weise auf die Kommunikation angewiesen.

Und jetzt stellt Euch das Verhältnis zwischen Euch selbst und Gott vor. Auch Gott will, dass wir mit ihm sprechen. Er brennt regelrecht danach. Wenn ihr nicht mit Gott redet und Euch lieber anderen Dingen zuwendet, dann wird Gott eifersüchtig:

„Eifersüchtig sehnt Gott sich nach dem Geist, den er in uns wohnen lässt.“

(vgl. Jakobusbrief Kapitel 4, Vers 5).

Das heisst, dieser Gott ist nicht irgendwie ein abstraktes Gebilde, sondern der liebende Gott ist eine reale Person, die uns besser kennt als jeder andere Mensch auf der Welt, der sogar die Haare auf unserem Kopf gezählt hat.

„Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.“

(Matthäus 10,13)

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir eingestehen, dass wir uns selbst nicht einmal so wichtig nehmen, wie Gott uns wichtig nimmt. Oder interessierst Du Dich tatsächlich für die absolute Anzahl von Haaren auf Deinem Kopf?

Weil Gott uns besser kennt als wir uns selbst, weil er jede einzelne Zelle in uns kennt, unsere Geschichte, unsere Brüche, und von unseren erblichen Anlagen weiss, liebt er uns auf eine Art und Weise, wie es sonst niemand auf dieser Welt vermag.

Gott wird eifersüchtig, wenn wir uns gar nicht um ihn kümmern, wenn wir ihn links liegen lassen und ihn nicht in unser Leben einbeziehen.

Wir können das selbst ganz gut nachvollziehen: Angenommen wir haben einen besten Freund oder eine beste Freundin, den oder die wir auf eine besondere Art und Weise gern haben und wir sind irgendwo auf einem Fest und diese Person redet mit uns kein einziges Wort, sondern ist immer bei anderen Leuten – dann werden wir doch eifersüchtig – oder nicht?

Und genauso geht es Gott. Ist das nicht wunderbar? Wir sind für Gott so wichtig, dass er eifersüchtig wird, wenn wir uns nicht mit ihm befassen. Wenn wir z. B. nur Fussball, Uni-Hockey – überhaupt Hobbies – im Kopf haben und Gott aus unserem Leben ausschliessen. Dabei schliesst das eine das andere nicht aus!

Wenn du z.B. dein Fussballspiel mit Gott beginnst, indem du zu Beginn betest:

„Mein Herr und mein Gott (oder: Jesus), ich widme Dir jetzt dieses Spiel. Lass mich ein fairer Spieler sein. Sei bei mir.“

dann ist das ganze Spiel schon geheiligt.

Unbeschwerter leben!

Aber unser Leben wir reicher und unbeschwerter, wenn wir Gott aktiv darin einbeziehen! Ich will Dir erklären, warum das so ist:

  • Du wirst gelassen und ruhig.
  • Du verlierst Ängste.
  • Du weisst, jemand, der mächtiger ist als alles anderekümmert sich um Dich!

Du wirst gelassen, weil Du Deine Sorgen Gott überlässt. Denn Du weisst, dass er die Dinge regelt und eine Lösung findet.

1. Petrus 5,6-7:
„Beugt euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist! Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch!“

Psalm 55,22:
„Wirf deine Sorge auf den HERRN, er wird dich erhalten! Niemals lässt er den Gerechten wanken.“

Matthäus 11,28-30:
„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele…“

Wir merken es umgekehrt, wenn wir uns mit Aufmerksamkeit Gott zuwenden und mit ihm sprechen: Er beschenkt uns dann nämlich nach und nach mit einem hervorragenden Gefühl und einer Leichtigkeit des Herzens.

Glaube an Jesus

Die Sicherheit, dass Jesus der Sohn Gottes und nicht bloss ein Mensch ist, gibt erst der Glaube.

Der Glaube ist das Betreten neuer, göttlicher Bereiche der Realität und des Lebens.

Gott ruft den Menschen und gibt ihm neue Erkenntnis und das Versprechen eines neuen Lebens. Lässt sich der Mensch darauf ein, dann begegnet er Gott und erhält das, was das Wort Gottes versprochen hat.

Dass das Gotteswort nicht trügt, davon zeugen die neuen Freunde und eine neue Erkenntnis, die man gewinnt, wenn man Gott vertraut. Ebenso neuer Friede und ein neuartiges Leben.

Die MöglichkeitGott zu begegnen, gewährt der Heilige Geist, den Jesus seiner Kirche gesandt hat.

Er gibt dem menschlichen Geist die Befähigung, mit Gott Verbindung aufzunehmen. Schon der Verstand und die Wissenschaft geben Hinweise darauf, dass Jesus tatsächlich gelebt hat und dass er der Sohn Gottes ist. Aber die äusseren Hinweise sind noch kein Glaube. Sie führen erst bis zur Tür des Glaubens. Sie geben nur einigermassen Sicherheit, dass das Wort des Glaubens wahr ist.

Die Sicherheit des Christen ist eine Sicherheit des Glaubens und der Vernunft (siehe Thema Schöpfung / Zufall) und keine wissenschaftliche Sicherheit.

Der Christ glaubt einer Person und keinem mathematisch logischen Schluss. Es ist wie das Vertrauen des Kindes in seine Mutter.

Der Glaube ist nicht nur eine Angelegenheit des Verstandes. Trotzdem kommt man zu keinem tiefen Glauben ohne verstandesmässige Untermauerung. Der Glaube geht nämlich über den Verstand hinaus, aber nicht ohne den Verstand. Der Glaube muss also auch vernünftig sein.

Gebetshaltung einüben

Aber: ein Gebet muss eingeübt werden, weil Gott eben keine Person ist, die sichtbar gegenübersteht. Beten muss man lernen. Und zum Beten braucht man Glauben und Glaubensbrüder, die einen stärken! So habe ich das auch erfahren.

Für das Beten braucht es ein paar Grundregeln:

  1. Das Wissen, dass Gott tatsächlich zuhört.
  2. Gott will, dass man ihn „in die Pflicht“ nimmt.
  3. Zuerst seinen Mitmenschen vergeben!
  4. Man muss kindlich glauben, dass Gott die Gebete erhört„Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“. (Matthäus Kapitel 18 Vers 3)
  5. Ziel des Gebetes muss das Reich Gottes sein!  „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben“. (Matthäus Kapitel 6 Vers 33)
  6. Ergebnisoffen beten: Gott überlassen, wie eine Sache geregelt wird.

Gott ist da – er hört zu

Gott ist da – er hört zu. Wenn Du mit ihm sprichst, dann stelle alles ab, was Dich ablenken könnte.

Handy auf Flugmodus.

Das Gebet ist ein Gespräch mit Gott. Sich für das Gebet vorzubereiten bedeutet, sich zu entschliessen, jetzt zu beten.

  • Trenne dich von allem, was dich daran behindert. Schau auf Gott und wende dich ihm zu.
  • Gott – der Vater steht schützend hinter dir.
  • Jesus steht vor dir, vor deiner Tür und wartet auf dich. Er wartet, bis du ihm aufmachst und ihn anschaust.
  • Der Heilige Geist will sich in dein Herz ergiessen.
  • Öffne dein Herz! Sich öffnen heisst, sich bewusst zu werden: „Gott, du bist da.“
  • Das Gebet ist der Raum, in den Gott kommt, um dir nahe zu sein und dir seine Gaben zu geben.

Bei Zerstreuungen sage: „Ich will jetzt bei dir, mein Gott, bleiben“; vermeide jede Spannung und nimm ruhig das Gebet wieder auf.

Jesus hat uns selbst versprochen:

„Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“.

(Matthäus 28,20b)
Als Mose den brennenden Dornbusch sah, antwortete Gott dem Mose:

„Ich bin der «Ich-bin-da». (2. Buch Mose 3,14)

Gott ist also immer da!

Gott in die Pflicht nehmen

Im Psalm 37,5 heisst es:

„Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen“.

In diesem Psalmvers ist vieles gesagt. Für mich persönlich ist er sehr wichtig.

Gott will nämlich, dass Du ihn ernst nimmst und dass Du ihm Deine Sorgen und Anliegen regelrecht zur Lösung „anbefiehlst“.

Pater Buob (SAC) sagt dazu, dass dies die Verherrlichung Gottes ist, wenn wir Texte aus der Heiligen Schrift, die ja das Wort Gottes sind, ernst nehmen und Gott im Gebet darauf verweisen!

Ich selbst war auch schon in Notlagen und habe Jesus meine Probleme zur Lösung befohlen – er hat mich noch nie enttäuscht und es haben sich die Dinge immer wunderbar gefügt.

Beispiel:

Bete z.B.: Jesus, Du kennst das Problem XY. Ich weiss nicht mehr weiter. Du bist allmächtig. Ich bin Dein Kind! Kümmere Dich jetzt um mich! Ich befehle Dir meinen Weg… Finde Du eine Lösung!

Deswegen braucht es auch VertrauenVertraue Jesus wie ein Kind seinem Vater, wie Deinem besten Freund! Jesus liebt Dich. Deswegen wird er auch alles fügen, wenn Du zu ihm kommst.

Zum „Vertrauen“ eine Geschichte aus der Hl. Schrift:
(Mt 14, 22-33)
„Gleich darauf drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst.

Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!

Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.“

Das Entscheidende dieser Geschichte ist:

keine Angst zu haben und nicht an Jesus zu zweifeln! Petrus begann erst dann unterzugehen, als er an dem Wort Jesus zweifelte und Angst bekam!

 

MITMENSCHEN VERGEBEN

Frieden schliessen mit dem Gegner

Mt 5,25„Schliess ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen“.

Mt 5,38-39„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“. 

Von der Liebe zu den Feinden Mt 5, 43-48:
„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüsst, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“.

Mt 6,14-15„Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebtdann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben“.

Man muss allen vergeben und sich mit allen Menschen versöhnen, wenn man wünscht, dass das Gebet zu Gott gelangt (vgl. Markus 11,25).

Wenn wir mit jemandem zerstritten sind, haben wir ihm unser Herz versperrt, und das bedeutet, dass in uns das Band der Liebe durchtrennt ist. Dann kann der Heilige Geist nicht zu uns kommen, denn Gott ist Liebe.

Es ist unmöglich, Gott anzunehmen, aber die Menschen, die er liebt, abzulehnen. Wenn Gott Liebe ist und wir aber im Hass sind, funktioniert die Kommunikation nicht. Denn Hass und Liebe können nicht miteinander reden.

Ausserdem sind Streit und Feindschaft Sünden, denn man schenkt dem Bösen Glauben.

Solange das Böse im Herzen wirkt, kann Gott nicht hinein.

Damit wir vergeben und um Vergebung bitten können, ist es wichtig, in Gedanken zu jenen Menschen zu gehenmit denen wir in einem gespannten Verhältnis leben, und ihnen geistig die Hand zu reichen, sie segnen.

Gebetsbeispiel:
„Vater, ich vergebe XY für dies oder jenes. Ich übergebe sie in Deine Hand. Du kannst alles heilen. Vergib mir auch meine Schuld“

Der Mensch ist am grössten, wenn er vergibt, dann entzieht er sich der Verführung und erhält Freiheit.

Die Vergebung ist die Grundvoraussetzung für die geistige, die psychische und auch die körperliche Gesundheit.

GLAUBEN, DASS GOTT GEBETE ERHÖRT!

Mt 6,25-34: „Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt.

Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen:

Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.

Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!

Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht:

  • Was sollen wir essen?
  • Was sollen wir trinken?
  • Was sollen wir anziehen?

 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiss, dass ihr das alles braucht.

Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.

Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage“.

Vom Vertrauen beim Beten

Mt 7,7

„Bittet, dann wird euch gegeben;
sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

Denn wer bittet, der empfängt;
wer sucht, der findet;
und wer anklopft, dem wird geöffnet.

Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet?

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten“.

Das Reich Gottes suchen bedeutet, sich ganz auf Gott zu stützen; nicht nur mit dem Wissen, sondern auch mit dem Herzen spüren, dass Jesus Christus der Herr der ganzen Welt und somit auch unseres Lebens ist.

Zuzulassen, dass sein Wille geschieht, bedeutet auch, frei zu sein von allen Mächten, die uns gefährden, es bedeutet, vor Freude zu jubeln, weil Jesus die zerstörerischen Mächte der Welt besiegt hat, die uns glücklich und vollkommen machen will. Wenn wir erlauben, dass Gott über unser Leben verfügt, und wenn wir uns in jeder Kleinigkeit und jedem Detail des Lebens an ihn anlehnen, dann erhalten wir alles.

Wenn dagegen Gott nicht über unser Leben herrscht, dann können wir nichts vollbringen, da uns der Böse behindert.

Deshalb ist es beim Gebet enorm wichtig, unser Leben und die gesamte Welt immer mehr der Führung Gottes zu überlassen.

Vater unser

Während Jesus einmal betete, baten ihn die Apostel, auch sie beten zu lehren, und er lehrte sie das „Vater unser“ (vgl. Lukas 11,1).

Das „Vater unser“ ist das göttliche Gebet, weil es von Gott kommt. Es ist immer heilsam. Es ist das Gebet Jesu, und ER betet es selber mit dir und in dir.

Jedes Gebet ist heilsam, jedes Gebet heilt deine Seele, aber das „göttliche Gebet“, womit du täglich öfters deine „geistliche Toilette“ machen solltest, ist das Vaterunser.

VATER UNSER IM HIMMEL,
GEHEILIGT WERDE DEIN NAME,
DEIN REICH KOMME,
DEIN WILLE GESCHEHE,
WIE IM HIMMEL SO AUCH AUF ERDEN,
UNSER TÄGLICHES BROT GIBT UNS HEUTE
UND VERGIB UNS UNSERE SCHULD,
WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN,
UND FÜRHE UNS NICHT IN VERSUCHUNG,
SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN. AMEN.

Das Vater Unser soll man nicht einfach „herunterbeten“, sondern bei wichtigen Sätzen soll man innehalten und nachdenken. Nur so wird die Verbindung zu Gott ganz innig.

Versuche einmal Folgendes:

„Telefoniere“ mit Gott. Nimm Verbindung mit ihm auf und sage: „Vater!“

Er wird dir antworten: „Du!“ und du sagst ihm auch: „Du!“. Du. Du…Die Leitung ist frei….

Dann wähle folgende Nummern:

 

  1. Persönliche Bitten („Verhandle“ um alles, was Du brauchst“),
  2. Bekenne Deine Sünden. (Vergib uns unsere Schuld),
  3. Vergib. (Wie auch wir vergeben),
  4. Verzichte. (Führe uns nicht in Versuchung)
  5. Nimm dein Kreuz an. (Erlöse uns von dem Bösen).

„Langweilen“ vor Gott

Pater Buob spricht auch von einem „Langweilen“ vor Gott. Wenn man keine Worte finden kann, sollte man einfach in die Kirche sitzen und sich dem eucharistischen Herrn „aussetzen“ und ihm Zeit schenken. Auch das kann ein Gebet sein!

Alternativ gibt es auch die Anleitung „eine Viertelstunde vor dem Allerheiligsten“.

Psalmen

Die Psalmen sind das Gebetbuch der Bibel.

Bei den Juden haben sie ebenso wie bei den Christen eine wesentliche Bedeutung für das Gebet in Gemeinschaft und das private Beten.

Für uns Christen sind die Psalmen auch Gebet Jesu. Wir können davon ausgehen, dass Jesus gemäss der Tradition des Volkes Israel die Psalmen gebetet hat und ihre Worte auch in der Zwiesprache mit seinem Vater im Himmel gebraucht hat. Wer die Psalmen betet, betet also mit den Worten Jesu.

Hier gibt es Psalmen zu allen Lebenslagen.

 

24.01.2023 / Pfr. Stephan Schonhardt in Anlehnung an Prof. Dr. Tomislav Ivančić