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Persönlich

In lockerer Folge stellen wir hier engagierte Mitarbeitende unserer Kirchgemeinde vor.

→ Ines Hammer, Sakristanin

→ Michele Maggiore, Organist

→ Susanne Z’Graggen, musikalische Leiterin

→ Irène Straub, Kantorin

→ Margrit Rigert, Pfarreisekretärin

→ Angelika Frick, Kirchenverwalterin

 

Ines Hammer, Sakristanin

«Ich bin eigentlich ein Oktopus»

Niemand kennt die Kirche Hergiswil besser als sie. Das Aufgabengebiet von Ines Hammer reicht von Requisiteurin bis Regisseurin..

Seit wann sind Sie als Sakristanin tätig?
Seit September 2017 übe ich diese Tätigkeit in Hergiswil auch. Vorher war ich in Unterkulm, im Kanton Aargau mit dieser Aufgabe betraut.

Warum Hergiswil?
Ich lebte im Aarbau und suchte eine neue Herausforderung ausserhalb des Kantons. Ich bewarb mich an verschiedenen Orten. In Hergiswil hat es geklappt – und ich bin «Hyperglücklich» hier zu sein!

Wenn man mit Ihnen spricht, erklingt dieser charmante Akzent in der Stimme.
Ich komme aus Portugal, kam in Lissabon auf die Welt. Dann ging es für fünf Jahre nach Mosambik. Zurück in der Heimat lebte ich zuerst in der Nähe von Lissabon und anschliessend in Lagos, das man als modernes Fischerdorf bezeichnen kann. Ich bin Fan von diesem Ort in der Algarve, der nicht so touristisch ist wie die umliegenden Orte.

Wann kamen Sie in die Schweiz?
Ich lernte meinen zukünftigen Mann, ein Schweizer, in Portugal kennen und folgte ihm 1993 hierher. Wir lebten zuerst in Zürich, später im Aargau. Zwei Kinder habe ich grossgezogen. Meine Tochter lebt immer noch bei mir hier in Hergiswil und hat ihren Bachelor an der Uni Luzern abgeschlossen und macht nun den Master.

Was ist ihre ursprüngliche Ausbildung?
Ich habe die Matura gemacht und arbeitete anschliessend im Journalismus, als Radio-Moderatorin und DJ. Weil aber meine Mutter nicht wollte, dass ich so spät in der Nacht unterwegs bin, musste ich diesen Traumjob aufgeben. Ich war zuletzt als Bus-Hostess tätig in Portugal.

Wie war Ihr Start in der Schweiz?
Ich konnte ja kein Deutsch. Bis es soweit war, arbeitete ich als Zimmermädchen in einem Hotel. Dazu Sprachkurse. Weitere Stationen waren die Pflege und die Gastronomie. Dann folgen fünf Jahre als Mutter und Hausfrau.

Dann kam die Sakristanin …
… dank einem Kontakt im Umfeld meines Mannes konnte ich die Aufgabe zuerst in einem kleinen Pensum kennenlernen. Es wurde immer mehr. Ich habe dann auch 2012 den Sakristaninnen-Kurs in Einsiedeln besucht.
Was macht eine Sakristanin?
Ich bin für alle internen Prozesse innerhalb der Kirche zuständig. Beispiele: Ich besorge Blumen, flicke die Kleider der Ministranten, bestelle Kerzen, sorge für Sauberkeit, eigentlich bin ich die Hauswirtschafterin der Kirche. Dazu kommt die Vorbereitung aller Infrastrukturen und Requsiten für die kirchlichen Feiern.Zu guter Letzt darf ich zum Teil auch Gottesdienste mitgestalten als Lektorin oder beim Austeilen der Hostien.

Was ist das Highlight Ihrer Aufgabe?
Die Vielseitigkeit! Ich bin eigentlich ein Oktopus, der überall gerne sein Händchen drin hat (lacht). Sei es ein Sonderwunsch bei einer Abdankung oder die Suche nach einem neuen Bezugsstoff für den Sessel des Pfarrers: Ich liebe diese Abwechslung. Ich bin gerne Gastgeberin.

Wie ist Ihr religiöser Hintergrund?
Ich bin mit einem starkem Glauben aufgewachsen, dazu noch in der Nähe des Pilgerortes Fatima. Das Erlebnis dort 2000 Leute aus allen Ecken der Welt beim Rosenkranz-Gesang zu sehen ist imposant und sehr emotional. Das hat mich geprägt.

Was zeichnet Hergiswil als Kirchgemeinde aus?
Ich geniesse es jetzt in einem katholischen Ort zu leben, wo unser Glaube seinen Stellwert hat. Schön empfinde ich die Vielseitigkeit der religiösen Anlässe in und ausserhalb der Kirche hier. Zudem schätze ich die Zusammenarbeit mit den verschiedenen kirchlichen Würdenträgern, die alle eine grosse Sozialkompetenz leben. Bei aller Verschiedenheit der Charaktere, der Interpretation des Evangeliums und Ansichten verbindet uns alle etwas Gemeinsames. Ja, ich habe in Hergiswil meinen Mittelpunkt als Katholikin gefunden.

Ahy

 

Ines Hammer ist für alle Anlässe in der Kirche technisch-logistisch verantwortlich.

Michele Maggiore, Organist

«Ich liebe das Musizieren in der Gruppe»

Sein Orgelspiel ist seit vielen Jahren hier präsent. Michele Maggiore will und kann aber mehr als klassische Gottesdienste begleiten.

Besucherinnen und Besucher der Gottesdienste kennen Sie bestens. Seit wann sind Sie an der Hergiswiler Orgel tätig und wie kamen Sie zu dieser Aufgabe?
Zwei Organistenkollegen suchten 2006 eine Aushilfe. Ich wurde dem damaligen Kirchenrat empfohlen und so gelangte ich auf den Posten. Ja, ich habe sehr viel erlebt im bewegten Hergiswiler Kirchenleben. (schmunzelt)

Woher stammen Sie ursprünglich?
Ich komme aus Italien, Bari in Apulien. 2004 kam ich in die Schweiz nach dem Abschluss meines Konzertdiploms am Klavier. Ich wollte etwas anderes machen. In der Schweiz studierte ich Kirchenmusik bis 2009 und begann als Organist bei der italienischen Mission in Luzern.

Hergiswil ist ein Teilmandat für Sie, wo sind Sie sonst noch musikalisch aktiv?
Ich haben bereits in verschiedenen Gemeinden als Organist gearbeitet. Zudem leite ich zwei Kirchenchöre, in Flüelen und Inwil. Ich arbeite sehr gerne in Gruppen und sehe mich deshalb nicht nur als Organisten.

Nach Hunderten begleiteten Gottesdiensten: schleicht sich da keine einschläfernde Routine ein?
Auf keinen Fall. Natürlich gibt die Liturgie eine Struktur vor, die einzuhalten ist. Aber je nach Pfarrer, der die Feier leitet, gibt es immer wieder neue Ansprüche. Gerade hier in Hergiswil haben wir ganz verschiedene Formen von Gottesdiensten und sonstigen Feiern entwickelt, die mich musikalisch aufs Neue herausfordern, so der Abenteuerland-Gottesdienst für die Kinder.

Man hat sie auch schon am Keyboard erlebt in der Kirche.
Ja, das war in der Volks-Chile. Das Instrument behagt mir, ich gebe auch Keyboard-Unterricht in Hergiswil.

Was halten sie persönlich von diesen neuen Gottesdienst-Formaten?
Wir sind im Jahr 2021, die Kirche muss offen sein für neue Ideen, insbesondere im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Der Erfolg der Anlässe gibt den Verantwortlichen hier Recht.

Seit Corona werden in Hergiswil Kantorinnen eingesetzt. Auch in Zukunft wird der Sonntagsgottesdienst mit ihnen gestaltet.
Das ist super und natürlich ein Qualitätsmerkmal, mit solchen, professionellen Musikerinnen (Aktuell im Einsatz: Michaela Hauke und Irène Straub, Red.) zusammen zu arbeiten. Wie ich schon angedeutet habe: Ganz alleine an der Orgel zu üben ist nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Ich liebe das Musizieren mit Sängerinnen oder Instrumentalisten. Ein Hergiswiler Privileg, das nur schon aus finanziellen Gründen nicht überall möglich ist, da wir ja auch auf professionellem Niveau die Musik zusammen einstudieren wollen.

Wie beurteilen Sie Ihr Arbeitsinstrument, die Orgel hier in der Kirche Hergiswil?
Es ist ein tolles Instrument mit vielen Registern. Und es wird noch besser: Ich habe gehört, nächstes Jahr steht eine Revision der Orgel an. In einer anderen Gemeinde musiziere ich an einer Orgel mit manuellen Registern. Je ja nach Literatur braucht es da eine Zusatzperson, die während des Spiels hilft…

Wer entscheidet, was Sie spielen an den Gottesdiensten?
Grundsätzlich gibt der Pfarrer das Programm des Gottesdienstes bekannt. Im Falle von Stephan Schonhardt bekomme ich immer detaillierte Instruktionen inklusive den Liedern, die von der Gemeinde gesungen werden. Der Antwortpsalm ist vorgegeben. Der Ein- und Auszug sowie die Musik während der Kommunion können wir Musiker selbst bestimmen, passend zur Jahreszeit natürlich.

Was haben Sie für Ambitionen? Organist sein in einer grossen Kathedrale?
(lacht) Keinesfalls! Ich bin sehr glücklich in Hergiswil, mag die Vielseitigkeit und meine Musikerkolleginnen hier. Ich will, dass der Pfarrer und die Seelsorger der Gemeinde zufrieden sind mit meiner Arbeit.

Ahy

 

Michele Maggiore ist seit 2006 Organist in Hergiswil. Er schätzt die musikalische Vielseitigkeit in der Kirche.

Suzanne Z’Graggen, musikalische Leiterin

 

«An der Orgel hört man mich jeden Tag»

 Erklingt Musik in kirchlichem Rahmen in Hergiswil, ist Suzanne Z’Graggen sicher in irgend einer Form daran beteiligt.

Als musikalische Leiterin der Pfarrei, was verantworten Sie?
Ich führe konzeptionelle Arbeiten aus, wie das Planen von Orgel- und Kantoreneinsätzen, dazu kirchenmusikalische Aufgaben für die Liturgie, die Wartung der Instrumente, die Mithilfe bei katechetischen Projekten wie das Sternsingen oder «Orgel für Kinder», Kooperationsarbeiten mit Hergiswiler Vereinen, die Planung und Durchführung von Konzerten und vieles mehr.

Was sind ihre musikalischen Hintergründe?
Studiert habe ich Kirchenmusik an den Hochschulen Luzern, Luxembourg und Bern. Sowie das Studium im Konzertfach Orgel an der Universität Wien. Ebenfalls habe ich Schulmusik mit Schwerpunkt Musikwissenschaft an der Universität Bern studiert. Ergänzend beschäftigte ich mich mit einem Studium der schwedischen Sprache. Nach diesem Abschluss habe ich nun mit neuen Studien in Betriebswissenschaft an der Hochschule Luzern begonnen.

Was zeichnet das musikalische Angebot in Hergiswil aus?
Dieses entsteht in enger Absprache zwischen den liturgisch tätigen Mitarbeitenden und den Musizierenden der Pfarrei. Wir wollen neuen Ideen, beispielweise die «Volks-Chile», wie auch traditionellen Gestaltungen die Plattform geben. Wichtig ist eine hohe Qualität, aber auch Raum für Kooperationen, wie der Miteinbezug von Hergiswiler Institutionen, der Musikschule, dem Musikverein, den Jodlern oder Chorformationen. Inhaltlich versuche ich Angebote zu schaffen, die Menschen generationenspezifisch abholen, so das Angebot im Zwyden «Singen verleiht Flügel».

Wo finden Sie «Ihr Personal» und was sind Voraussetzungen, um in Hergiswil musizieren zu können?
Da ich an der Musikhochschule Luzern als Dozentin tätig bin und mich seit vielen Jahren mit Kirchenmusik beschäftige, ergeben sich Möglichkeiten aus meinem grossen Netzwerk. Gleichzeitig möchte ich jungen Talenten die Gelegenheit geben, aufzutreten und kirchenmusikalisch tätig zu sein. Es ist wunderbar, dass wir in Hergiswil über qualifizierte, vielseitige Musizierende verfügen.

Was für weitere Aufgaben haben Sie ausserhalb von Hergiswil?
Seit einigen Jahren bin ich als Stabstellenleiterin Kirchenmusik und Orgeldozentin an der Hochschule Luzern, sowie hauptverantwortliche Kirchenmusikerin an der Jesuitenkirche Luzern tätig. Ebenfalls darf ich als Konzertorganistin im In- und Ausland auftreten.

Was für Entwicklungen sind in der Kirchenmusik aktuell wahrnehmbar?
Kirchenmusik ist in den letzten Jahren vielseitiger geworden. Nebst traditionellen Angeboten ist moderne Kirchenmusik vielfältig und kennt eine grosse Bandbreite an Stil, Klang- und Ausdrucksformen. Kirchenmusik erscheint genauso bunt wie die Pfarreien. Es wird versucht, die verschiedenen Generationen und Menschen gezielt abzuholen mit Angeboten, die als spannend erlebt werden.

Können Sie uns Programmpunkte des kommenden Winters nennen?
Wir werden versuchen, zu Normalität zurückzufinden. Kinder sollen mit einer Adventsgeschichte spannende Stunden erleben. Im Schulunterricht möchten wir die Lieder für das Sternsingen 2022 erlernen. Ende Jahr werden Musizierende ein Konzert zum Thema «Pastorellen» spielen. Im Gottesdienst werden weiterhin Kantorinnen den Gemeindegesang unterstützen. Dazu werden weitere Instrumentalisten die Liturgien kirchenmusikalisch mitgestalten. An Weihnachten werden zum Beispiel Streicher zu Gast sein. Natürlich werden aber auch bewährte Angebote, wie die Abenteuerland-Gottesdienste, mit einem musikalischen Rahmen durchgeführt.

Erlebt man Sie auch persönlich an der Orgel?
Ja, an der Orgel hört man mich jeden Tag – irgendwo! Das tägliche Spielen und Üben gehört zu mir. Ich liebe die Arbeit am Instrument. Dazu gehören die Konzerte. So werde ich beispielsweise ein Miteinander von Wort und Musik am 5. November in der Jesuitenkirche Luzern – zusammen mit Roger de Weck – zur Feier der 600. Orgelvesper gestalten.

Ahy

 

Suzanne Z’Graggen setzt auf Vielseitigkeit und Qualität im musikalischen Angebot der Kirche. (Bild: Hannes Kirchhof)

Margrit Rigert, Pfarreisekretärin

«Wir sind die Progressivsten im Kanton»

Das Pfarreiblatt von Hergiswil wird von Margrit Rigert realisiert.

Seit wann betreuen Sie das Pfarrblatt?
Seit bald drei Jahren. Einen journalistischen Hintergrund habe ich keinen, «Learning by Doing» war mein Zugang zu dieser Aufgabe. Dabei hilft mir, dass ich seit 25 Jahren hier lebe und 12 Jahre im Kirchenrat mitgearbeitet habe. Ergänzend zum Pfarrblatt habe ich administrativ und im Kundenkontakt noch weitere Aufgaben in der Kirchgemeinde.

Was ist die Hauptchallenge bei der Gestaltung dieses Heftes?
Wir arbeiten in einem 14-Tage-Turnus. Es ist nicht immer einfach, die Texte, die aus ganz verschiedenen Quellen stammen, rechtzeitig auf dem Pult zu haben!

Wie kamen Sie nach Hergiswil?
Ich stamme ursprünglich aus Küssnacht am Rigi. Mein Mann hat eine Stelle in Luzern angetreten, so kamen wir hierher. Wir haben zwei Kinder grossgezogen. Dies und meine Arbeit im Kirchenrat haben mir ein grosses Kontaktnetz beschert, wovon ich jetzt profitiere.

Was für Visionen haben Sie für das Pfarrblatt?
Einerseits bin ich stolz, dass wir im Kanton die Progressivsten sind mit unserem Blatt. Vor allem im Layout. Andererseits haben wir Ideen, wie wir uns inhaltlich weiterentwickeln wollen, aktueller und nahe bei den Interessen unserer Leserinnen und Leser.

Was ist Ihr ganz persönlicher Bezug zur Kirche?
Ich wurde zu Hause relativ streng religiös erzogen. Das prägt mich. Natürlich folgte auch eine Phase in jüngeren Jahren, wo ich etwas Distanz gewinnen wollte. Aber der Grundgedanke einer höheren Macht und von dieser beschützt zu sein, habe ich stark verinnerlicht. Inbesondere in einer schwierigen Zeit, als ich im im Ausland lebte. Ich habe ein Urvertrauen, das aus dem Glauben kommt.

Wie erleben Sie das Kirchenleben in Hergiswil?
Wir haben eine ehemals sehr aktive Generation verloren in den letzten Jahren, altersbedingt. Die vielen Wechsel an der Spitze der Pfarrei haben den Trend unterstützt. Wir werden wieder neue Kirchgängerinnen und Kirchgänger gewinnen, wenn wir einen guten Kompromiss finden zwischen Tradition und neuen Ideen. Besinnliches, Stimmiges darf nicht durch Effekthascherei überlagert werden.

Ahy

Das Pfarrblatt wird vom Satz bis zur Druckvorlage von Margrit Rigert zusammengestellt, redigiert und gestaltet.

Irène Straub, Kantorin

«Da läuft es mir kalt den Rücken runter.»

Von der Musicalbühne in die Kirche Hergiswil. Irène Straub ist gesanglich in vielen Genres zu Hause.

Irène Straub, seit sechs Monaten singen Sie regelmässig bei kirchlichen Feiern im Lopperdorf: was sind Ihre schönsten Momente?
Schön reicht nicht, ergreifend ist das passende Wort. Wenn die ganze Gemeinde zusammen mit der Orgel und mir ein bekanntes, feierliches Kirchenlied anstimmt, läuft es mir auch beim x-ten Mal kalt den Rücken runter.

Mit Kirchengesang hat man Sie in der Zentralschweiz bis jetzt nicht in Verbindung gebracht.
Ich trage das Etikett Musicalsängerin gross auf der Stirn nach zwanzig Jahren auf den Bühnen dieses Genres. Aber eigentlich bin ich ein klassisch ausgebildeter Koloratursopran, der sich in modernen Gesangstechniken weiterbildete und dazu Gesangspädagogik in Luzern und Zürich studierte. Meine Tätigkeit in Hergiswil ist ein Weg zurück zu meinen gesanglichen Wurzeln, der mir viel Freude bereitet.

Wie kamen Sie zu dieser Aufgabe?
Kirchenratspräsident Martin Dudle-Ammann und Pfarrer Stephan Schonhardt kannten mich von meinen Musicalrollen im Le Théâtre in Emmen. Als das Covid-Singverbot für die Gemeinde kam und Profi-Sängerinnen gesucht wurden, fiel mein Namen. Toll ist, dass wir Kantorinnen, so auch meine Kollegin Michaela Hauke, nach Covid weiterhin die Sonntagsgottesdienste begleiten dürfen. Unsere Auftritte haben viel positive Resonanz ausgelöst.

Das erwähnte Etikett Musicalsängerin haftet Ihnen inzwischen auch hier an.
(lacht) Ja, inzwischen singe ich auch in Hergiswil oft «modern.» Ich bestreite aktuell alle Lobpreisabende mit Stephan Schonhardt, wo wir aktuelle, ohrwurmige Pop-Kirchengesänge darbieten und den Besucherinnen und Besuchern ein einzigartiges «sich Fallen lassen» in die durch die Musik verstärkten Emotionen des Glaubens ermöglichen.

Was singen Sie in der neuen «Volks-Chile»?
Dies ist ein spannender, von Stephan Schonhardt kreierter Event. Die Kirche rückt ganz nahe an die Gläubigen heran. So können die Besucherinnen und Besucher die Themen der Predigt selber bestimmen. Passend dazu interpretieren wir Musik, die garantiert mehr gehört wird zu Hause als Kirchengesang. Moderner Pop-Schlager kommt zu Ehren, von Helene Fischer, Andrea Berg, Francine Jordi und vielen Weiteren. Auch für mich ist Schlager eine gesangliche Premiere, aber es macht rüüdig Spass.

Wie sind die Reaktionen?
Wir hatten schon etwas Respekt, vor allem ab dem Feedback der älteren Generation. Das war unbegründet. Gerade aus dieser Ecke kamen viele begeisterte Reaktionen. «Mehr davon» hören wir oft. Natürlich ist diese Form Gottesdienst auch nicht jedermanns Sache, aber als Abwechslung zwischen den «Traditionellen» wird dieser Event erfolgreich sein.

Geht die Kirche Hergiswil einen musikalisch betont progressiven Weg?
Nein, sie macht etwas noch Besseres: sie ergänzt die musikalische Tradition der Kirche mit neuen, auch bewusst sehr populären Ansätzen. Kernidee ist immer: egal, was wir machen, es muss in guter Qualität daher kommen. So haben wir hervorragende Organisten im Einsatz. Auch die Events der musikalischen Leiterin Suzanne Z’Graggen vereinen immer hochklassige Künstlerinnen und Künstler.

Was für Projekte verfolgen Sie in kommender Zeit nebst Ihren Auftritten in Hergiswil?
Ich leite Musicalkurse für Kinder und Jugendliche in Emmen und Kriens, erteile Gesangsunterricht und bin stark engagiert in der Musicalproduktion «Der Ball» im Le Théâtre, Emmen. Nebst der künstlerischen Koordination dieses Projektes stehe ich in einer Hauptrolle auf der Bühne.

Heisst das, Sie werden weniger auftreten im Winter in Hergiswil?
Keinesfalls! Am Samstagabend singe ich Musical, am Sonntagmorgen klassische Werke und Kirchenmusik, so halte ich meine Stimme fit und flexibel!

www.irene-straub.ch

Theologe Andris Jaksis, Pfarrer Stephan Schonhardt, Irène Straub und Organist Michele Maggiore in der «Volks-Chile».

Irène Straub singt klassisch, Pop und Musical.

Angelika Frick, Kirchenverwalterin

«Kirche ist ein Stück Heimat»

Auf ihrem Pult laufen alle Fäden zusammen. Angelika Frick ist die operative «Kirchenmanagerin» von Hergiswil.

Angelika Frick, welches sind zusammengefasst Ihre Aufgabengebiete?
Ich entlaste den Kirchenrat von operativen Aufgaben und leite das Pfarreisekretariat hier am Dorfplatz.

Also eigentlich sind Sie die Chefin der Pfarrei?
(lacht) Dies dann doch nicht! Ich habe zwei Chefs, Martin Dudle-Ammann, den Kirchenratspräsidenten, und Stephan Schonhardt, unseren Pfarrer. Ich habe eine Scharnierfunktion zwischen der Pfarreileitung und dem Kirchenrat.

Was sind die Highlights Ihrer Tätigkeit?
Vorab, dass ich mitten in der Gemeinde tätig sein darf und dass ich den Kontakt mit der Bevölkerung pflegen kann. Ich schätze zudem die Vielfalt meines Aufgabengebietes. Ich bin immer die erste Anlaufstelle der verschiedenen Bereiche der Kirchgemeinde, von der IT über die Buchhaltung bis in den Personalbereich. Ebenso obliegt mir die die Betreuung der Mieterinnen und Mieter der kircheneigenen Liegenschaften in Hergiswil, was ich sehr gern mache.

Sie erleben auch emotionsreiche Momente, so bei der Betreuung von Todesfällen.
Vorteilhaft ist bestimmt, dass ich hier viele Menschen kenne. Es besteht ein guter persönlicher Draht zur Bevölkerung. Zudem hilft mir mein Einfühlungsvermögen in vielen Situationen. Dennoch muss ich in solchen Fällen «Profi» bleiben und die Trauernden optimal betreuen. Bei Todesfällen ist meine Aufgabe die Terminierung des Trauergesprächs mit dem Pfarrer oder unseren Seelsorgern sowie die administrative Organisation der Beerdigung.

Wie kamen Sie zu dieser verantwortungsvollen Position?
Ich habe vorher 17 Jahre in Sursee gearbeitet. Obwohl ich seit 1997 im Musikverein Hergiswil musiziere, war ich weit weg vom Gemeindeleben. Das wollte ich ändern und so hat mich vor acht Jahren die Ausschreibung einer Sekretariatsstelle in der Kirchgemeinde Hergiswil sofort angesprochen.

Daraus wurde mehr.
Ein halbes Jahr später gab es Veränderungen im Kirchenrat. Im Zuge derer entwickelte Martin Dudle-Ammann das Konzept einer Kirchenverwaltung. Angesichts meiner Ausbildung und meiner Kompetenzen wurde ich für diese Position vorgeschlagen.

Wenn Sie die Kirchgemeinde Hergiswil einem Auswärtigen beschreiben, was für Qualifikationen verwenden Sie?
Wir haben eine moderne Kirchgemeinde. Das beginnt schon bei der Struktur unserer Organisation, durch diese noch nicht übliche Funktion einer Kirchenverwalterin. Dazu kommen die vielen innovativen Angebote wie Glaubenskurse, Volks-Chile, Whisky-Exerzitien und vieles mehr.

Was zeichnet die Pfarrei Hergiswil aus?
Sehr positiv ist das Zusammenspiel zwischen dem Kirchenrat und dem Pfarrer. Man spürt das gegenseitige Verständnis. So kriegt unsere Pfarrei auch den Spagat zwischen Hergebrachtem und Moderne gut hin. Traditionen werden besonders gepflegt. Ich erwähne zum Beispiel die Alpsegnung, die Wallfahrt nach Maria Rickenbach, die Fronleichnamsprozession und die Älplerchilbi. Auf der anderen Seite finden moderne Formate wie der Abenteuerland Gottesdienst, der für Familien mit Kindern entwickelt wurde, oder Lobpreisabende ihren Platz im Kirchenleben.

Wie leben Sie persönlich Ihren Glauben?
Mein Mann und ich besuchen oft Gottesdienste. Wenn wir auf Reisen sind, schauen wir uns auch immer die dortigen Kirchen an. Beim Besuch eines Gottesdienstes, wo auch immer, fühlen wir uns immer sofort zu Hause, weil wir ja die Rituale und Gebete bestens kennen. In die Kirche zu gehen, ist für mich immer auch ein Stück Heimat zu erleben.

Ahy

Auch dies eine Aufgabe von Angelika Frick: Das manuelle Nachführen des Hergiswiler Taufbuches.